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  • Oct 22, 2026, 12:28 PM

    Hab mich heute mit meiner Therapeutin ein wenig über das stetig unangenehmer werdende Klima gegenüber der queeren Community unterhalten und einiges war ihr als "Außenstehende" gar nicht klar; von der Razzia in einem queeren Safespace gegen trans Personen in Berlin hatte sie beispielsweise über ihre täglichen Medien noch gar nichts erfahren.

    Nach dem Termin bin ich dann noch beim Penny vorbei - einmal um ein Paket in die Packstation zu legen [
    #nonmention 🫶] und mich für das kommende Wochenende mit Nahrung einzudecken.

    Zur Einordnung (nicht zur Rechtfertigunng, Verteidigung, was auch immer) meiner dortigen Erlebnisse: Ich trage heute von unten nach oben: grüne Chucks, passende grüne Leggins, ein langer schwarzer Rock, einen schwarzen Pulli, ein grünes Halstuch, ein grünes Bandana, trage abblätternde blaue Nägel und bin nicht geschminkt. Soll heißen: Auch wenn es meine ureigenste Entscheidung und Freiheit gewesen wäre, habe ich mich in keinster Weise irgendwie "aufreizend" oder "für die Öffentlichkeit unangebracht" präsentiert.

    In einem der Gänge hat eine Frau in meinem Alter (irgendwas zwischen 40 und 50) sich neben mich gestellt und queer- & transfeindliche Aussagen geflüstert, die ich hier nicht replizieren werde. Ich habe sie gefragt: "Kennen wir uns?" Sie darauf: "Nein." und ich darauf "Gut." und bin schnell weiter.
    Herzrasen. Hab dann abgewartet, dass sie vor mir an die Kasse geht, damit ich mich weit hinter ihr anstellen konnte.

    An der Kasse. Die Dame dort kennt mich bereits und ich kenne sie. Sie scheint Ende 50 zu sein, hat ein von Arbeit und Sorgen zerfressenes Gesicht, trägt einen faul aufgetragenen roten Lippenstift. Wenn sie mich bedient, geht ihre Stimme eine Oktave tiefer, die Worte werden karger, ihre Stirn zieht sich zusammen und die Hände werden flinker - ich muss mich immer anstrengen hinterherzukommen, damit sie meine Sachen nicht einfach über den Rand hinaus schiebt. Mein "Hallo.", "Mit Karte bitte." und "Dankeschön." erwidert sie nie. Ich beneide jedes Mal den Menschen, der sich hinter mir anstellt, denn der bekommt demonstrativ die volle Packung Freundlichkeit entgegengebracht.

    Diese Menschen haben keinen logisch nachvollziehbaren Grund, mir diese Form von Ablehnung entgegenzubringen. Das wird ihnen eingeflößt, von den Weidels, den Rowlings, den Schwarzers dieser Welt. Frauen, die Frauen hassen, anstatt dass sie einander beistehen. Ich verstehe es nicht.

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