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Replies

  • Oct 15, 2026, 7:47 AM

    Letzte Woche wurde JD Vance gefragt, wie er „Sozialismus“ definiere. Seine Antwort war gleichermaßen lächerlich, unintendiert komisch, himmelschreiend bekloppt und akut gefährlich – genau die Mischung eben, die rechte Politik in der Ära Trump auszeichnet.

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  • Oct 15, 2026, 7:48 AM

    Die politische Rechte hat seit jeher alles, was rassistische und soziale Hierarchien gefährdete, als anti-amerikanischen „Sozialismus“ oder „Kommunismus“ verteufelt, um diejenigen zu desavouieren, die die Rechtmäßigkeit der Herrschaft einer weißen reaktionären Elite infrage stellten.

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  • Oct 15, 2026, 7:49 AM

    Segregationisten beschimpften die Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre permanent als „kommunistisch“. Martin Luther King? Offensichtlich ein Kommunist, wenn man den Anhängern der weißen Vorherrschaft glauben durfte.

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  • Oct 15, 2026, 7:49 AM

    Solche Attacken standen in einer langen Tradition. Die prominentesten Advokaten der Sklaverei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts behaupteten gerne, das wahre Zeil der Abolitionisten sei es, in Amerika eine sozialistische oder kommunistische Herrschaft zu errichten.

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  • Oct 15, 2026, 7:50 AM

    Den Kampf um die Ausweitung der Demokratie über das weiße Amerika hinaus mit „Kommunismus“ gleichzusetzen, war nicht nur die Sache von Rednecks und weißen Milizen, sondern Mitte des 20. Jahrhunderts auch unter konservativen Vordenkern weit verbreitet.

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  • Oct 15, 2026, 7:50 AM

    Der „Antikommunismus“ der intellektuellen Anführer des Modernen Konservatismus zielte mindestens ebenso sehr auf die sinistren „linken“ Feinde zu Hause. Sie machten kaum einen Unterschied zwischen Marxismus, Sozialismus, Kommunismus oder Liberalismus.

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  • Oct 15, 2026, 7:51 AM

    Das hilft auch zu erklären, warum die Protagonisten der radikalen Rechten und der Konservativen Bewegung auf den Untergang der Sowjetunion nicht mit Moderation, sondern einer erheblichen Eskalation reagierten.

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  • Oct 15, 2026, 7:52 AM

    Die rechten Vordenker waren überzeugt, dass die „globalistsichen“, liberalen Kräfte – all die verschiedenen Varianten derselben „linken“ Bedrohung – nun, nach Ende des Kalten Krieges, umso schneller voranschreiten würden.

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  • Oct 15, 2026, 7:59 AM

    Eine paranoide, verschwörungstheoretische, anti-„linke“ Belagerungsmentalität dominiert das gedankliche und ideelle Ökosystem, in dem sowohl die politischen Anführer der Rechten als auch MAGA-bewegte Aktivisten existieren.

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  • Oct 15, 2026, 8:00 AM

    Glauben die das wirklich? Natürlich ist da auch schamloser Opportunismus im Spiel. Bis zu einem gewissen Grad geht es hier schlicht darum, nach einem Label zu suchen, dass den politischen Gegner als „un-amerikanisch“ brandmarken soll.

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  • Oct 15, 2026, 8:01 AM

    Aber hier drückt sich auch die Grundüberzeugung der modernen Rechten aus, dass es sich bei allen Formen von „linker“ und liberaler Politik um unterschiedliche Varianten desselben, illegitimen Projekts handle, Hierarchien von Race, Gender, Religion und Besitz abzubauen.

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  • Oct 15, 2026, 8:02 AM

    Tatsächlich wäre die Situation deutlich weniger gefährlich, wenn wir es nur mit einem Haufen von zynischen Opportunisten zu tun hätten. Es ist nämlich gerade diese allem zugrunde liegende Überzeugung, auf deren Basis die Rechten sich selbst die Erlaubnis erteilen, weiter zu eskalieren.

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  • Oct 15, 2026, 8:03 AM

    Die Rechte wird nun von Kräften dominiert, die den politischen Konflikt seit geraumer Zeit in existenziellen, ja geradezu apokalyptischen Kategorien gedacht und gefühlt haben. In ihrer Wahrnehmung droht unmittelbar die Vernichtung der Nation und der „natürlichen Ordnung“.

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  • Oct 15, 2026, 8:03 AM

    Wenn wir wirklich verstehen wollen, was die anhaltende Radikalisierung der Rechten antreibt; wenn wir die Gefahr, die von der Rechten ausgeht, angemessen einschätzen wollen, dann sollten wir von der Annahme ausgehen, dass wir es mit Leuten zu tun haben, die es ernstmeinen.

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  • Oct 15, 2026, 8:04 AM

    Die „glauben“ ganz fest an das, was sie tun. Nicht unbedingt an Trump, die Person – aber an das politische Projekt, das den Trumpismus definiert: Eine Politik des weißen, patriarchalen Grolls, die dafür sorgen will, dass Amerika für alle Zeit ein Land strikter Hierarchien bleibe.

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