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  • Jun 2, 2026, 11:00 AM

    Unsichtbare Wellen mit großer Wirkung
    Das DLR übernimmt die wiss. Leitung der neuen ESA-Erdbeobachtungsmission SOVA-S. Der Kleinsatellit soll ab 2030 atmosphärische Schwerewellen erstmals global erfassen. Diese beeinflussen Wetter- & Klimaprozesse, sind in Modellen bislang aber nur unzureichend berücksichtigt. Mit einer speziellen Infrarotkamera untersucht SOVA-S das Luftleuchten am Rand des Weltraums und wird neue Einblicke in die Dynamik unserer Atmosphäre liefern: s.dlr.de/SOVA-S

    Mission SOVA-S: Messgeometrie

Die neue Erdbeobachtungsmission SOVA-S (Satellite Observation of waves in the Atmosphere – Scout) wird ab 2030 Schwerewellen erstmals global beobachten. Der Kleinsatellit umkreist dazu die Erde in einer Höhe von etwa 600 Kilometer auf einem sonnensynchronen polaren Orbit. Auf diese Weise wird die Erde vollständig erfasst. An Bord ist eine hochauflösende Infrarot-Kamera, die senkrecht auf den Fußpunkt des Orbits, den Nadir, ausgerichtet ist. Die Kamera wird die Intensität des Airglows messen und dadurch den Schwerewellen auf die Spur kommen. Beim Airglow oder atmosphärischen Luftleuchten handelt es sich um das Eigenleuchten von angeregten Hydroxyl-Molekülen (OH), in einem Höhenbereich von etwa 80 bis 100 Kilometer.

Bildcredit: OHBCzechSpace
    Atmosphärisches Luftleuchten

Die Erde ist umgeben von verschiedenen Schichten, die von selber leuchten, dem sogenannten Airglow. Die hellste Leuchterscheinung stammt vom angeregten Hydroxyl-Molekül, einer Verbindung aus Sauerstoff und Wasserstoff (OH). Der OH-Airglow ist hier in Gelb zu erkennen und umfasst einen Höhenbereich von rund 80 bis 100 Kilometer. Die Grafik zeigt auch die Lichtemissionen der angeregten Sauerstoff-Atome am Rand des Weltraums (grün) sowie in Weltraumhöhe von 200 bis 300 Kilometer (rot).

Bildcredit: NASA
    Schwerewellen am Himmel

Schwerewellen sind wellenartige Strömungen und werden häufig in den unteren Schichten der Atmosphäre erzeugt. Sie entstehen bei der Überströmung von Luftmassen über Gebirge oder beim Übergang von Wasser zu Land. Auch starke Zyklone, aktive Vulkane und Konvektion in der innertropischen Konvergenzzone können Schwerewellen produzieren.

Bildcredit: DLR
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