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  • Oct 31, 2026, 3:14 PM

    Angst vor Spinnen?

    Halloween ist die perfekte Gelegenheit, sich einmal mit Tieren zu beschäftigen, die bei vielen Menschen für Gänsehaut sorgen: Spinnen.

    Doch warum haben wir eigentlich so große Angst vor ihnen, obwohl die allermeisten Arten für uns im Grunde vollkommen ungefährlich sind?

    Eine mögliche Erklärung liegt in unserer Evolutionsgeschichte. Demnach könnte die Angst vor Spinnen ursprünglich auf eine ganz andere Tiergruppe zurückgehen, nämlich auf Skorpione, die ja ihrerseits ebenso Spinnentiere sind.

    Ein internationales Forschungsteam untersuchte diese Hypothese anhand einer Onlinebefragung mit 374 Menschen. Die Teilnehmenden bewerteten Bilder verschiedener Spinnentiere danach, wie beängstigend sie diese fanden und wie ähnlich sie Spinnen beziehungsweise Skorpionen sehen würden.

    Dabei zeigte sich, dass die beschrieben Angst umso größer war, je mehr ein Tier einem Skorpion ähnelte. Auch Spinnen wurden als beängstigender bewertet, wenn die Teilnehmenden sie als skorpionähnlicher wahrnahmen. Umgekehrt ließ sich die Angst vor Skorpionen nicht durch deren Ähnlichkeit mit Spinnen vorhersagen. Das spricht dafür, dass die Angst eher von Skorpionen auf Spinnen übertragen wird als umgekehrt.

    Die Forschenden sehen in ihren Ergebnissen zumindest einen deutlichen Hinweis darauf, dass unsere Angst vor Spinnen zumindest teilweise eine Folge der sogenannten Angstgeneralisierung sein könnte. Dabei überträgt sich die Furcht vor einer bestimmten Gefahr auf etwas anders, ähnliches, das seinerseits durchaus vollkommen ungefährlich sein kann. Aus evolutionärer Sicht wäre das durchaus plausibel, denn Skorpione stellten für unsere Vorfahren vermutlich tatsächlich eine recht große Gefahr dar.

    Eine weitere Studie mit 1.071 Menschen untersuchte den Zusammenhang zwischen Naturverbundenheit und der Angst vor Spinnen und Schlangen. Das Ergebnis: Je stärker sich die Befragten mit der Natur verbunden fühlten, desto geringer war ihre Angst vor diesen Tieren. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Menschen, die gerne Zeit in der Natur verbringen und sich für wild lebende Tiere interessieren.

    Unsere Erfahrungen und unser Verhältnis zur Natur scheint also durchaus auch eine wichtige Role zu spielen und stellen so womöglich auch ein Potential zur Angstreduktion dar.

    Am Ende sind es vermutlich viele Aspekte, die zusammenkommen. In der Summe kann es aber sich nicht schaden, diese faszinierenden Tiere mal ein wenig genauer zu betrachten.

    Ich wünsche euch einen schönen gruseligen Abend.

    Quellen:
    Nikakhtar et al. (2026), Evolution and Human Behavior.
    doi.org/10.1016/j.evolhumbehav

    Zsido et al. (2022), People and Nature
    doi.org/10.1002/pan3.10303

    #halloween #spinne #angst #biologie #evolution #natur #psychologie #wissenschaft #wisskomm #anysci

    Das Bild zeigt eine Nahaufnahme einer Gartenkreuzpinne bei Nacht, die in ihrem Netz sitzt. Die Aufnahme habe ich vor einigen Jahren selbst in unserem Garten gemacht als ich zu später Stunde mit meiner Kamera hinterm Haus auf Fotosafari ging. Bei dem Tier handelt es sich um ein Weibchen, was anhand der großen Körpergröße (zumindest in live) bereits gut zu erkennen war. Auf dem Bild erkennt man das vor allen Dingen an den spitz zulaufenden Pedipalpen. Das sind die sogenannten Kieferntaster, eine Art kurzes weitere Beinpaar direkt neben den Mundwerkzeugen. Bei einem männlichen Tier sind wären die Enden deutlich verdickt und eher kugelförmig. Auch der stark ausgeprägte Hinterleib der Spinne spricht in dieser Form deutlich für ein Weibchen. Gartenkreuzspinnen sitzen klassischerweise in der Mitte ihrer großen Radnetze und warten dort auf Beute.
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