Das Ticket
Die Dialektik der Aufklärung von Horkheimer und Adorno gibt uns zum Erkennen des Antisemitismus einen Begriff: den des „Tickets“.
Das „Ticket“ bezeichnet die warengesellschaftliche Übernahme fertiger Meinungspakete, durch die auch der Antisemitismus als konformes Vorurteil weitergegeben wird. Menschen nutzen es, um ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe wie der Union zu festigen. Als die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp sagt, sie sei keine Antisemitin, und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ihr ein „Na, doch!“ entgegenwirft, dann fährt er das CSU-Ticket: Die Linken, so die ausgeteilte Fahrkarte, tragen Antisemitismus im Wertekanon, während man selbst als „konservativ“ stets als der Rechtschaffene dasteht. Fakten sind dabei egal. Eralp hat sich von jeglichem Antisemitismus distanziert und das Existenzrecht Israels bekräftigt – Dobrindt hingegen hat wiederholt Gerichtsurteile ignoriert, das Schengen-Abkommen, das Rückgrat der EU, geschändet und ...
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