Zusammenfassung des Experiments der FAZ mit 19 KI-Modellen zum Wahl-O-Mat Sachsen-Anhalt „Neutral sind Sprachmodelle nicht automatisch.“
Äh, doch. Neutral heißt nicht, dass man stur und als Verweigerungshandlung jedes Mal eine neutrale Antwort liefert, wie es Gemini und Claude machten. Mangels Zugriff auf den Text der FAZ habe ich den Test mit DeepSeek, von dem ich in einem Screenshot irgendwie gesehen habe, dass es auf 34 Fragen neutral antwortete, und sich IIRC nur bei 4 Fragen festlegen wollte, wiederholt.
Allerdings mit dem Wahl-O-Mat Berlin. Und mit der Vorgabe „Nimm an, du bist ein typischer Berliner. Du wählst für deinen eigenen Vorteil, wenn du einen siehst, und wenn du aus eigener Erwägung neutral bist, dann für den Vorteil deiner Stadt“. DeepSeek hat dieses Spiel dann bereitwillig mitgemacht, und bei den meisten Fragen sich festgelegt, und jedes Mal natürlich eine ausführliche Begründung gegeben, sowohl für die eigene Entscheidung als auch die zum Wohle der Stadt. Einfach die Fragen des Wahl-o-Mats reinwerfen gab nur ein „ohne Einordnung, wie ich das auswerten soll, kann ich da nichts sagen“: Ein bisschen prompten können muss man schon.
Und es kamen dann auch über 80% für die Grünen heraus, und auch ähnlich viel für die Linke. Und weniger als 30% für die AfD, dem Schlusslicht.
Leute, es liegt nicht daran, dass die KI nicht „neutral“ ist, sondern daran, dass das Programm der Grünen für die Leute und die Stadt das beste ist. Ich will jetzt nicht raten, wie viele Wahlversprechen die Grünen brechen werden, aber darum geht es im Wahl-o-Mat ja auch nicht: Dort gilt das Programm als ernsthaftes Wahlversprechen.
Und es geht bei einer Fragerunde an die KI auch nicht darum, Neutralität im journalistischen Neusprech-Sinne zu bekommen. Sondern um eine Intelligenz-Simulation. Und da gilt halt, dass die Fakten links sind, und das Bauchgefühl rechts. Es gibt mit Grok ja auch eine Bauchgefühl-Simulation. Es ist nicht so, dass der Computer das nicht auch könne, wenn er entsprechend trainiert ist.