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  • Agentur gegen ArbeitAgenturGegenArbeit
    Oct 10, 2026, 11:47 AM

    Drei Schattierungen zur Frage nach Hoffnung in den heutigen Zeiten. #2 mit Eva von Redecker. Nicht ganz sicher, ob ich da ganz mitgehen würde. Schon, man sollte vielleicht nicht das eigene Lebensglück auf die wahrgenommene Selbstwirksamkeit im politischen Handeln setzen. Aber es macht schon mehr Sinn und Spaß, wenn es eine realistische Erwartung gibt, dass man am Ende auch Erfolg haben kann.

    Aus dem Buch: „Dieser Drang nach Härte“ von Eva von Redecker: „Was aber soll man tun, wenn man sich ohnmächtig fühlt, es vielleicht sogar ist? So oft werde ich am Ende von Vorträgen nach der Hoffnung getragt. Nie kann ich antworten. Ich lebe halt so gern. (S. 235)
    Auch dem Buch: „Dieser Drang nach Härte“ von Eva von Redecker: Mehr fällt mir dazu nicht ein. Was soll das, über Lebenslust und Wissensdurst hinaus, diese Frage nach Hoffnung? Ist es nicht eine verkappt opportunistische Frage nach den Erfolgsaussichten? Politik ist keine Pferdewette, das ist ja das Gute daran. Man kann verlieren und trotzdem aut das Richtige gesetzt haben. Warum sollte das jetzt anders sein, wenn es bislang stets so war? Und ist es nicht die besondere Schönheit linker Positionen, dass ihre weltgeschichtliche Niederlage (und das zwischenzeitliche, monströse Kippen all ihrer Ideale ins Gegenteil) ihrer Überzeugungskraft bislang keinen Abbruch tat? Wäre man nicht lieber die Pariser Kommunardin gewesen als der Kannonier, der die Kommune 1871 erfolgreich zusam-menschoß? Stünde man nicht lieber mit Rosa Luxemburg als mit den Freikorpssoldaten, die sie im Landwehrkanal ertränkten? Nichts finde ich so fragwürdig wie das Opfer, das Märtyrertum, und doch: Man stirbt ja eh. Genau wie alle, die man liebt. Dann lieber auf der richtigen Seite leben. Die große türkische Antifaschistin Ece Temel-kuran schreibt in ihrem Manifest Together herrlich unverblümt über ihre eigene Frustration mit der Frage nach Hoffnung. Und dann macht sie den Vorschlag, es stattdessen mit dem Glauben zu ver-suchen. Das große Risiko einzugehen, an die Menschheit zu glau-ben, an das Menschliche im anderen und, vielleicht noch herausfor-dernder, in sich selbst. Sogar wenn alles verloren sein sollte, sagt sie, könnte dieser Glaube noch anhalten und uns in die Lage versetzen, Versprechen zu machen und einzuhalten. Damit kann ich etwas anfangen. Und wenn man es wirklich versucht, gibt der Glaube ans Menschenmögliche auch Hoffnung.“
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