Was in den - auch gut gemeinten - Bekundungen und Medienberichten gerade kaum vorkommt: Der Schrecken erfasst gerade nicht nur die direkt betroffenen Menschen oder "uns alle".
Es geht eine Erschütterung durch die *queere* Bevölkerung, und zwar in ganz spezieller Weise, aufgrund ganz spezieller historischer und aktueller politischer Entwicklungen und auch aufgrund millionenfacher persönlicher Erlebnisse.
Ohne diese spezifische Erschütterung und ihren Kontext zu erwähnen, bleiben alle gut gemeinten Floskeln nichts als Abwehr:
Es geht ja um alle, also irgendwie um niemanden speziell, also muss und kann man auch nichts spezielles tun, schon gar nicht über die Queerfeindlichkeit unserer Gesellschaft oder gar über die miese Queerpolitik der Regierung reden. Das Problem wurde ja bequem ausgelagert und "wir" sind alle die Guten.
Wir queeren Menschen müssen unsere Erschütterung, ihren Kontext und alles wieder einmal Nichterwähnte wieder einmal selbst sichtbar machen.
Dafür sind die zahlreichen Mahnwachen und Demos so wichtig. Vielleicht kommt davon dann auch etwas in den Medien vor.
Danke an alle Organisator*innen und Teilnehmenden!