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  • Oct 15, 2026, 4:09 PM

    Im Zentrum der Untersuchung steht das israelische Unternehmen Discover-Tech, das wie ein ganz normales AdTech-Unternehmen agiert haben, in Wirklichkeit aber als Brücke für Staatstrojanerhersteller in das Ökosystem der Online-Werbung fungiert haben soll. Über eine eigene Plattform konnten dem Bericht zufolge Spionage-Firmen Kampagnen mit infizierter Werbung steuern.

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  • Oct 15, 2026, 4:09 PM

    Möglich ist das unter anderem, weil Online-Anzeigen oft nicht einfach nur Bilder und Videos sind, sondern im Hintergrund auch unbemerkt HTML- und Javasript-Code ausführen. Warum tun Werbeanzeigen das überhaupt? Na klar: Weil Werbefirmen Menschen dann besser tracken können.

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  • Oct 15, 2026, 4:11 PM

    Discover-Tech soll zudem die vollkommen unkontrollierten Datenflüsse der AdTech-Industrie genutzt haben, um Profile von Zielpersonen zu erstellen und ihre Geräte zu identifizieren. Man muss sich das System wie ein Schleppnetz im riesigen Datenmeer vorstellen, das irgendwann zu einem engen Filter wird. Wie genau dieser Filter war, wissen wir nicht, aber es nicht unwahrscheinlich, dass auch Unbeteiligte in Visier geraten sind.

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  • Oct 15, 2026, 4:12 PM

    Geholfen haben soll auch, dass Discover-Tech am ID-Syncing mit anderen AdTech-Unternehmen beteiligt war. Hierbei tauschen Datenhändler und Tracking-Firmen permanent IDs von Nutzer:innen aus, um deren Datenschutzmaßnahmen wie das Löschen von Cookies zu unterlaufen.

    Überhaupt haben auch andere AdTech-Firmen eine unrühmliche Rolle gespielt. Ganz besonders Werbe-Infrastruktur-Provider wie Google und IAB Europe, bei denen Discover Tech als "zertifizerter" Anbieter gelistet war.

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  • Oct 15, 2026, 4:13 PM

    Über Werbung von Discover-Tech sollen u.a. die Geräte von Medienschaffenden von Al Jazeera mit Spyware infiziert worden sein. Angezeigt wurde Werbung von Discover-Tech wohl auf Geräten, die mit der UN, der NATO, der EU sowie Regierungen, Behörden und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in einer Vielzahl von Ländern in Verbindung stehen. Auch Unternehmen sollen ins Visier geraten sein: 20 internationale Medien sowie einige der weltweit größten Technologieunternehmen und Chiphersteller.

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  • Oct 15, 2026, 4:13 PM

    „Online-Werbung ist kaputt“, sagt vollkommen zurecht der Wiener Tracking Forscher @wchr , der mal wieder Co-Autor der bahnbrechenden Untersuchung ist. „Die Art, wie Online-Werbung heute funktioniert, ist ein einziges Sicherheitsrisiko – für Staaten, den privaten Sektor, Zivilgesellschaft und für alle anderen.“

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  • Oct 15, 2026, 4:14 PM

    Dass Spionagefirmen das Ökosystem der Online-Werbung nicht nur für Massenspionage (ADINT) nutzen, sondern auch für gezielte Angriffe auf Einzelpersonen, war uns grundsätzlich bekannt. Totzdem waren wir absolut baff, als wir diese detaillierte Untersuchung des Citzen Lab gelesen haben. Parallel hat auch die Anti-Ad-Fraud-Firma Confiant den Fall untersucht und kommt zu gleichen Schlüssen.

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  • Oct 15, 2026, 4:53 PM

    @roofjoke hä? Sie schreiben was von Zeroclick gegen Mobiltelefone, haben aber nur eine Neuauflage eines bereits bekannten Windows Chrome Exploit Toolkit nachgewiesen?

    Klar kann ein Malvertiser JavaScript targeted auf meinem Telefon ausführen und ggf. sogar meine Handynummer per HTTP Request herausfinden. Aber wo ist jetzt der für eine Infektion notwendige Sandbox Exploit?!

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  • Oct 15, 2026, 5:46 PM

    @fluepke @roofjoke

    ich hab jetzt auch mehrere Artikel durchgelesen und nix konkretes gefunden.

    Jede Webseite kann JS ausführen, Cookies setzen etc. Genauso innerhalb von Apps, die dann nicht mal unter die Restriktionen des Browsers bzw Adblockers fallen und so auch auf die Version des embedded browsers innerhalb der App beschränkt sind.

    News at eleven.

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  • Oct 15, 2026, 5:52 PM

    @C3nC3 @roofjoke ja, komplett unnötige Panikmache. Absoluter Nothingburger.

    Ohne in Abrede stellen zu wollen, dass es gezielte Angriffe gegen Journalist*innen gibt, die einem absolut heldenhaften Beruf nachgehen.

    Ich bin mal gespannt, ob da noch ein grenzgeiler Exploit oder eine etwas kleinlaute Korrektur und Einordnung kommt.

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  • Oct 15, 2026, 6:11 PM

    @fluepke @roofjoke

    hatte vorhin ernsthaft überlegt, ob ich irgendwas nich gecheckt habe. Bin sehr froh, dass du das auch so siehst. Hatte sogar kurz überlegt, ob ich mal nachfrage, ob ich da was nich richtig verstehe.

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  • Oct 16, 2026, 6:58 AM

    @fluepke @C3nC3 @roofjoke

    Danke! Ich fand es auch ganz seltsam, dass zur Vorgehensweise konkret nichts berichtet wird. Und wenn das so bekannt ist, wäre die Lücke doch vor der Berichterstattung geschlossen?!

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  • Oct 15, 2026, 5:59 PM

    @tobi82 @roofjoke eben!

    Entweder gibt es einen Smartphone Browser-Exploit, von dem wir nichts wissen, ich übersehe was und kann nicht lesen, oder hier wurde „Infektion“ mit ,Angriff‘ auf die Privatsphäre (Fingerprinting, Telefonnummer ausspähen, Tracking, …) verwechselt. Letzteres halte ich für unwahrscheinlich in einem szenenahen Fachmedium wie Netzpolitik.

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  • Oct 15, 2026, 6:35 PM

    @fluepke Hallo, Mitautor des Citizen Lab Report hier. Ich war für die Adtech-Seite des Research zuständig, bin mit der Spyware-Seite nicht so firm.

    Für mich ist der wesentliche Punkt unseres Reports die Auslieferung und das targeting über RTB. Auf welche exploits/chains das ad tag JS dann redirected, um aus browser, webview, app auszubrechen, is eine zweite Frage. Candiru & Co haben da wohl vieles auf Halde. Der Nachweis der infection ist interessant, das targeting über RTB für mich Hauptthema.

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  • Oct 15, 2026, 6:38 PM

    @wchr

    > Für mich ist der wesentliche Punkt […]

    Dem steht diese inhaltlich unzureichend nachgewiesene Überschrift gegenüber: Handys lassen sich ohne Klick per Werbeanzeige hacken

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  • Oct 15, 2026, 7:50 PM

    @wchr Quelle: "Ich bin mir sicher", trust me bro™.

    Die referenzierten Quellen habe ich mir angeschaut. Die Aussage aus der Überschrift geben die einfach nicht her.

    Nix, "whatever, brudi muss los". Ihr habt als Journalisten verdammt nochmal eine Verantwortung!

    Leute lesen sowas, glauben man könne ihr Telefon ohne einen Klick hacken und bekommen Angst, ihr Telefon könnte vom Mossad gehackt sein. Und den Fallout bekommen wir dann in Form von "Patienten" in den Hackerspaces und Email-Inboxes ab.

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  • Oct 15, 2026, 8:07 PM

    @wchr bitte prüft nochmal gründlich, ob die Aussagen zum Zero-Click Hack von Mobiltelefonen und insbesondere die reißerische Überschrift so in dieser Form tatsächlich haltbar sind. Vielen Dank.

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  • Oct 15, 2026, 8:33 PM

    @fluepke @wchr ich habe beim netzpolitik Artikel auch die ganze Zeit drauf gewartet zu erfahren WIE das nun KONKRET funktioniert und WAS da schlimmes passiert (dass das ganze grundsätzlich ein Thema und fragwürdiges Business ist stelle ich gar nicht in Frage)-aber bei der Überschrift wüsste ich schon gerne mehr über einen konkreten Angriffsvektor und was jetzt „neu“ gegenüber bereits bekanntem ist.Sehe auch schon verunsicherte User*innen vor mir die Antworten von ihrem ISB wollen

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  • Oct 15, 2026, 9:46 PM

    @wickelkranz @wchr ich auch, und ich war dann sehr enttäuscht, dass da keine Neuauflage von jailbreak[.]me bei raus gekommen ist. Ein reliable JS Sandbox mit PrivEsc wäre eine wirklich krasse Sache. Sowas gibt es mit Sicherheit für eine unfassbare Summe Geld einzukaufen, wurde hier aber nicht nachgewiesen.

    (Background: Auf jailbreak[.]me konnte man früher™ mit immerhin einem Wisch im Browser iPhones und iPod Touch jailbreaken. Noch bevor es den App Store gab.)

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  • Oct 15, 2026, 11:37 PM

    @wchr achso, ich meinte die Einordnung der CitizenLab Untersuchung durch Netzpolitik. Damit sind meine Toots falsch adressiert. Das tut mir leid.

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  • Oct 16, 2026, 8:18 AM

    @fluepke Moin,
    die Untersuchung des CL fokussiert nicht auf konkrete Exploits, sondern auf den Distributionsweg für den gezielten Einsatz von Spyware über Online-Werbung. Im Fokus steht eine Firma, als „normale“ Adtech-Firma posieren soll, tatsächlich aber eine Plattform für Spyware-Hersteller betreibt. Diese soll es ihnen ermöglichen, aus der großen Menge von Geräten, auf denen Werbung angezeigt wird, die von Zielpersonen zu identfizieren, und ihnen dann manipulierte Anzeige auszuspielen.

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  • Oct 16, 2026, 8:19 AM

    @fluepke Dass eine Infektion erfolgreich ist, setzt natürlich das Vorhandensein entsprechender Exploits voraus. In der Vergangenheit wurde mehrfach berichtet, dass Candiru Überwachungssoftware erfolgreich auf Telefone gebracht hat. z.B. hier: citizenlab.ca/research/catalan
    Ein Indiz, dass auch im aktuellen System Telefone im Fokus stehen, ist die Menge an Mobile Ads, die die Firma ausgespielt haben soll. Aber es stimmt natürlich: Ende-zu-Ende dokumentiert ist die Kette hier nur für Windows-Rechner.

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  • Oct 16, 2026, 8:19 AM

    @fluepke Einmal für uns (also @sebmeineck und mich als Autoren des np-Artikels) zum Verständnis: Hast du Zweifel, dass Canidru (und andere im Report genannte Spyware-Firmen) über Exploits verfügt, die das beschriebene Angriffsszenario auch bei Telefonen erfolgreich sein lassen kann?

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  • Oct 16, 2026, 8:27 AM

    @roofjoke So wie ich die Diskussion verstanden habe, ist für @fluepke das Hauptissue das Präsens bei "Handys lassen sich ohne Klick per Werbeanzeige hacken". Ich habe mir die CL-Recherche nicht detailliert angeschaut, aber augenscheinlich berichtet sie von Lücken aus 2024/2025.

    Dass Candiru und Co. zu jedem gegebenen Zeitpunkt zero-click vulns für Android und iOS im Schrank haben, kann natürlich sein. Ist aber sicher kein trivial wahres Faktum. Just my two cents.

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  • Oct 16, 2026, 9:24 AM

    @roofjoke @sebmeineck ich kann die Leistungsfähigkeit von Candiru Spyware nicht beurteilen und hatte gehofft, im Artikel oder der CL Recherche etwas dazu zu lernen; leider vergeblich.

    Wenn man Menschen Angst macht, ihr Telefon könne ohne auch nur einen Klick gehackt werden, sollte man diese Behauptung auf jeden Fall sehr gut belegen können.

    Ein neu entdeckter iOS Zero-Click JS Sandbox Exploit wäre eine wirklich krasse Sache.

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  • Oct 16, 2026, 9:26 AM

    @roofjoke @sebmeineck falls euch tatsächlich Samples zu iOS und Android Malware vorliegen, die via JavaScript Persistenz auf dem Gerät versprechen, wäre ich sehr interessiert.

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  • Oct 16, 2026, 10:05 AM

    @fluepke @roofjoke hi flüpke, ich klink mich mal kurz ein, weil ingo auf einen termin zusteuert. ich finde, du hast da einen sehr nachvollziehbaren punkt. die warnung soll nicht "drüber" sein. wir haben einen einordnenden absatz in den text gepackt und diesen handy-fokus aus der aufmachung entfernt. danke, dass du dir für uns und das thema zeit genommen hast.

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  • Oct 15, 2026, 5:34 PM

    @roofjoke Von Virenverteilung per Werbenetz hab ich schon gehört, komplettes Personentracking und Softwareeinspielungen darüber ist mir neu.* Und Google spielt mit Manifest V3 fleißig mit. Das macht Werbeblockierung (zB mit µBlock Origin) nicht einfacher. Welche Blocklist(en) könnt ihr für das Problem empfehlen?

    *

    Image attached toot
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  • Oct 16, 2026, 6:39 AM

    @roofjoke Sorry, aber an welcher Stelle genau wurde hier jetzt ein Handy gehackt? Der ganze Artikel erzählt davon, verweist einmal auf Wikipedia. An keiner Stelle wurde ein System irgendwie kompromittiert außer dass ein bisschen JS extra ausgeführt wurde.

    Grundsätzlich ist das ne total miese Tour mit der Werbung, keine Frage, aber es ist niemandem mit solchen Überschriften geholfen.

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  • Oct 17, 2026, 7:58 AM

    @roofjoke "„Die Online-Werbung ist kaputt“, sagt der Wiener Tracking Forscher Wolfie Christl, Co-Autor der Untersuchung des Citizen Lab."

    Nein, ist sie nicht. Es sind die Browser/WebEngines/Betriebssysteme, die kaputt sind. Wenn die richtig funktionieren würden, wäre sowas gar nicht möglich. Und zum Glück gibt's ja nur noch einen Hersteller, der sich um solche Engines kümmert. Alle anderen (Microsoft, Mozilla, Opera) haben ja längst aufgegeben und alle liefern zudem noch löchrige Browser ab.

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