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  • Nov 5, 2026, 8:54 AM

    (3/7) Seit 2018 hat sich der Anstieg der #Ungleichheit deutlich beschleunigt, allerdings in leichten Wellenbewegungen. Positiv jedoch: Die Spreizung bei den Stundenlöhnen ist seit Mitte der 2010er Jahre zurückgegangen, weil der gesetzliche #Mindestlohn eine Untergrenze eingezogen hat.

    Text: Positive Effekte durch Mindestlohn

Ausgewogener verlief die Entwicklung bei den Löhnen, wesentlich bedingt durch die Einführung und Erhöhungen des gesetzlichen Mindestlohns.

Einen weiteren, allerdings kleinen Anteil hatten finanzielle Verbesserungen in zuvor relativ niedrig bezahlten Branchen wie der Pflege – durch erfolgreiche Tarifbewegungen und ein Bemühen der Gewerkschaften um „soziale Komponenten“ bei Tarifabschlüssen.

Die Ungleichheit der Monats- wie auch der Stundenlöhne stieg bis Mitte der 2010er Jahre leicht an, hat sich in den letzten Jahren aber wieder reduziert.

Quelle: WSI-Verteilungsbericht 2026. WSI Report Nr. 117
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  • Nov 5, 2026, 8:54 AM

    (4/7) Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen bei Einkommens- und #Lohnungleichheit:

    ▪️Die Umverteilungswirkung des Sozialstaats hat nachgelassen.
    ▪️Der Anteil an #Teilzeitbeschäftigung, oft als Folge unzureichender Kinderbetreuungsmöglichkeiten, ist seit Mitte der 2010er Jahre weiter gestiegen.

    Text: Polarisierung nimmt zu 

Auch bei geringer Arbeitslosigkeit ist eine Zunahme und Vertiefung von Armut sowie wachsende Einkommensungleichheit zu beobachten. Gleichzeitig wächst der 
Anteil der „sehr Einkommensreichen“. Gründe sind:

- Die Umverteilungswirkung des Sozialstaats durch Steuern, Sozialabgaben und Transfers
hat nachgelassen.
- Der Anteil an Teilzeitbeschäftigung, oft als Folge unzureichender Kinderbetreuungsmöglichkeiten, ist seit Mitte der 2010er Jahre weiter gestiegen.

„Wenn die aktuellen Kürzungsdebatten wirklich zu weiterem Sozialabbau führen, wird das die Ungleichheit weiter verschärfen.“ Zitat von Bettina Kohlrausch, WSI-Direktorin

Quelle: WSI-Verteilungsbericht 2026. WSI Report Nr. 117
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  • Nov 5, 2026, 8:54 AM

    (5/7) Die untere Mittelschicht, also alle mit einem Einkommen oberhalb der Armutsgrenze, aber unterhalb des Medians, ist deutlich geschrumpft – hauptsächlich, weil die Menschen in #Armut abgerutscht sind, weniger weil sie in die obere Mitte aufgestiegen sind.

    Text: Die untere Mitte bröckelt

Armut wächst weiter, sehr Reiche werden noch reicher, die untere Mittelschicht schrumpft.

Der Anteil der Menschen, die der „unteren Mitte“ zugeordnet werden, sank von 38 Prozent im Jahr 1992 auf knapp 33 Prozent 2024. Der Anteil der sehr einkommensreichen Haushalte legte spürbar zu: Er lag 1992 bei 1,1 und 2024 bei 1,9 Prozent aller Haushalte.

Quelle: WSI-Verteilungsbericht 2026. WSI Report Nr. 117
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  • Nov 5, 2026, 8:54 AM

    (6/7) Die Entwicklung ist ökonomisch und politisch hoch problematisch. Ersteres, weil reiche Haushalte zusätzliche Einkommensgewinne eher sparen, während arme Haushalte sie für den Konsum nutzen. Politisch, weil Zweifel an der fairen Verteilung von Wohlstand und materieller #Teilhabe das Vertrauen in die #Demokratie & den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter schwächen. Das gilt v.a. bei Angehörigen der unteren #Mittelschicht, die stärker als arme Menschen das Gefühl haben, etwas zu verlieren.

    Zitat von WSI-Verteilungsexpertin Dorothee Spannagel und Claus Schäfer, ehemaliger Abteilungsleiter am WSI: "Armut hat sich vertieft, die untere Mitte ist unter Druck geraten, Reichtum konzentriert sich zunehmend an der Spitze."

Quelle: WSI-Verteilungsbericht 2026. WSI Report Nr. 117
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