Ich bin kein Freund dieser Tempo-30-Zone am Mittleren Ring in München. Gut, mir kann's egal sein, ich fahre da nicht ;-), aber die Argumentation wird mit jeder Runde dümmer. Das Tempo 30 statt Fahrverbot für Euro-5-Diesel war schon dumm genug.
https://www.merkur.de/lokales/muenchen/wiederherstellen-muenchen-stadt-muss-tempo-30-an-landshuter-allee-94172093.html
Die aktuelle Runde: Dort wird gebaut, und es drohen Staus. Die Staus werden (da stimme ich den Richtern zu) den NOx-Pegel deutlich anheben. Nur: Ein Tempo-30-Schild ändert am Stau durch einspurigen Verkehr nun wirklich gar nichts. Ob man nicht 50 fahren kann, weil vor einem ein Stau ist, oder nicht 30 fahren kann, weil vor einem ein Stau ist, das macht jetzt keinen Unterschied.
Und das Argument „wir können Tempo 30 wieder wegmachen, die Luft ist jetzt ja sauber“ ist natürlich von der Denklogik auch schwach.
Allerdings spricht die Fahrzeugphysik ganz gegen solche niedrigen Tempolimits: Diesel-SCRs sind für moderate Last, also ca. 70km/h gleichmäßiges Tempo ausgelegt, und nicht für fast im Leerlauf bei 30km/h durch die Stadt schnarchen und dabei nicht warm werden. Das Umweltbundesamt hat 2012 mal Messungen gemacht, also welche, die relevant für genau diese Altfahrzeuge sind, denen man die Fahrt entweder verbieten oder durch geeignetes Tempo wenigstens die Emissionen reduzieren würde:
https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/377/dokumente/steven-veroeffentlichung.pdf
Ach ne, die sollte man eher mit Tempo 60 fahren lassen (die Landshuter Allee ist ampelfrei, also ideal für konstante Geschwindigkeit) als mit Tempo 30?